Die lange Geschichte des Klebebands

geschrieben von Ionela Stetco

duct tape history
Entstanden aus der genialen Idee einer besorgten Mutter in den frühen 1940er Jahren, entwickelte sich das Klebeband rasch zu einem der meistgebrauchten Produkte weltweit. Hinter einem simplen Artikel verbirgt sich eine reiche, lange Geschichte an Ideen und unerwarteten Abenteuern.

Vesta Stoudt war die Mutter zweier Navy-Matrosen, die während des Zweiten Weltkriegs bei den Streitkräften der USA dienten. Wir wissen nicht, was sie 1943 dazu veranlasste, einen Brief an Präsident Roosevelt zu schreiben; ob Patriotismus oder die Sorge um das Leben ihrer Söhne. Wir wissen allerdings, dass sie in diesem Brief als erste die Verwendung von selbstklebendem Gewebeband empfahl, um die Munitionskisten zu verschließen und auf diese Weise während der Schlacht kostbare Zeit zu sparen. Aufgrund dieser Empfehlung entwickelte Johnson & Johnson das erste Klebeband der Geschichte.

Die frühe Geschichte des Klebebands

Das Produkt wurde aus einem dünnen Streifen Gewebetuch mit einer Kunststoffbeschichtung sowie einer Schicht Kleber auf Kautschukbasis gefertigt. Während des Krieges beschränkte sich die Geschichte des Klebebands auf die Notreparatur militärischer Werkzeuge und Fahrzeuge, und wir mussten bis zum Ende des Konflikts warten, um die Verbreitung des Produkts auf dem Markt für Haushaltsanwendungen zu finden.

„Duct tape“ oder „Duck tape“? Die Geschichte hinter einem Namen

Es ist ein verbreiteter Glaube, dass in der frühen Geschichte das „Duct Tape“ (Englisch für „Gewebeband“) als „Duck Tape“ bezeichnet wurde, vermutlich unter Bezugnahme auf den Namen des Gewebes (Duck = Kanvas) oder auf seine Wasserfestigkeit, so wie auch die Federn der Ente („Duck“) Wasser abweisen. Allerdings gibt es laut Forschungenkeinerlei Hinweise auf den Namen „Duck Tape“ in Dokumenten aus jener Zeit. Zu Kriegszeiten hatte das Band überhaupt keinen spezifischen Namen.

Die Fünfziger: Als das „duct tape“ zum „duct tape“ wurde

In den Fünfzigern wurde das Klebeband im Bausektor verwendet, um Luftkanäle, sog. „Ducts“ zu umwickeln. Durch die Herstellung grauer Bänder waren sie auf dem Zinn so gut wie nicht zu sehen. Das Produkt erhielt seinen Namen „Duct Tape“ (von Duct = Kanal) in diesen Jahren aufgrund der speziellen Anwendung. In den Fünfzigern kamen viele Eigenschaften hinzu, die das Band auch heute noch besitzt.

Von der Erde zum Mond: Klebeband in der Geschichte der NASA-Missionen

Während der Sechziger und Siebziger wurde Klebeband Teil der NASA-Ausrüstung bei Weltraummissionen. Einer der glorreichsten Momente des Klebebands ereignete sich in diesem Zusammenhang 1970, als das Band das Leben der Astronauten der Apollo 13 bei einer Mondmission rettete. Im Raumschiff explodierte ein Sauerstofftank, sodass die Luftreserven in den nächsten Tagen drastisch eingeschränkt wurden: Die einzige Möglichkeit zur Lösung des Problems bestand darin, die Luft mit spezifischen Lithiumhydroxid-Kanistern vom CO2  zu befreien, jedoch waren einige nicht für die Öffnungen der Module geeignet. Nach vielen Stunden kam den Ingenieuren die Idee, diese Kanister u.a. mit Klebeband zu bearbeiten (siehe Foto zu Beginn des Artikels). Es funktionierte, und die Astronauten kehrten unbeschadet heim.

Von den Achtzigern bis heute

In den letzten dreißig Jahren war die Geschichte des Klebebands gezeichnet von einer langen Reihe von Forschungen und Innovationen, die daraus das flexible und effiziente Produkt machten, wie wir es alle kennen. Beständigkeit gegenüber extremen Temperaturen und Hitze, Einführung neuer Materialien und Technologien, Herstellung von Spezialbändern für den Industriebbedarf: Dies sind nur einige der Schritte, die das Klebeband seit den Achtzigern machte und seinen Ruf als eines der nützlichsten Werkzeuge bestätigen, die jemals erfunden wurden.

 

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